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STUDIO Bund - Live aus Berlin

Live aus Berlin stellt das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im „STUDIO Bund“ in der täglichen Gesprächsreihe aktuelle Ergebnisse aus der Bauforschung und konkrete Beispiele aus der Praxis vor.

Vertreterinnen und Vertreter aus Architektur, Wissenschaft, Verwaltung und Politik reflektieren in interaktiven Formaten deren Relevanz für das Bauwesen und erörtern mögliche Neuausrichtungen der Baubranche, um den gesellschaftlichen und technologischen Anforderungen der zukünftigen Generationen gerecht zu werden. Schalten Sie ein und beteiligen sich an den verschiedenen Themenschwerpunkten.

Zur Programmübersicht STUDIO Berlin
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Digital planen, bauen und betreiben zwischen Innovation und Praxis

Innovationspotenziale im Bausektor durch Sensorik, Robotik und KI

Die Digitalisierung hat in den letzten Jahrzehnten zu zwei industriellen Entwicklungsphasen geführt – in allen Branchen. Mit Industrie 3.0 standen und stehen Automation und das Arbeiten am Computer im Fokus. Dieser wird als Werkzeug verstanden, um bestehende Prozesse effizienter, schneller und günstiger zu machen. Mit der vierten industriellen Revolution – Industrie 4.0 – entwickeln sich die digitalen Prozesse nun weiter zu cyber-physischen Systemen, die mittels IoT, Sensorik, Robotik und KI die Produktions- und Arbeitswelt erneut maßgeblich verändern. Auch die Baubranche hat dieses ungeheure Innovationspotenzial erkannt und befindet sich an der Schwelle der Implementierung. Der Paradigmenwechsel zeigt sich dabei entlang der gesamten Wertschöpfungskette Bau: Von der Effizienz und Produktivitätssteigerung in der Vorfertigung über die Montage durch Bauroboter vor Ort bis zur sensorischen Vernetzung und Kommunikation von Maschinen und Bauteilen und der Integration von Künstlicher Intelligenz. Welches Potenzial birgt diese digitale Transformation für die individualisierte Bauproduktion? Was ist noch Vision, was bereits Realität?

Mittwoch, 13.1.2021, 12:00 bis 13:00 Uhr

Referenten:
Anne Katrin Bohle, Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
Prof. Dr.-Ing. Sigrid Brell-Cokcan, RWTH Aachen, Individualized Building Production
Prof. Dr. Kristian Kersting, Technische Universität Darmstadt, Artificial Intelligence and Machine Learning Lab
Prof. Dr. Cordula Kropp, Universität Stuttgart, Lehrstuhl für Soziologie mit dem Schwerpunkt Risiko- und Technikforschung

Schneller, besser, günstiger - Kann die digitale Transformation ihre Versprechen halten?

Die Digitalisierung bringt im Baubereich etliche Versprechen mit sich: das Planen wird einfacher, kooperativer, weniger fehleranfällig; das Bauen wird schneller und kostengünstiger; die Qualität wird besser. Wie ist der Status quo in der Baubranche – welche bisherigen Praxiserfahrungen wurden gemacht und wie wird sich das Bauwesen zukünftig digital weiterentwickeln? Während derzeitige Anwender bereits von den Vorteilen der lückenlosen Prozesskette profitieren, stehen etliche Planer, Handwerker oder Bauunternehmer noch vor diversen Hemmschwellen, darunter mangelndes Fachwissen, Anfangsinvestitionen, neue Schnittstellen und veränderte Prozesse. Aber nicht nur eine erhöhte Komplexität kann für Verunsicherung sorgen, sondern auch klassische Berufsbilder in Planung und Realisierung werden durch die digitale Transformation verändert und teils in Frage gestellt. Welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen müssen für eine erfolgreiche Mensch-Maschinen-Interaktion und die digitale Baustelle der Zukunft geschaffen werden? Welcher Handlungsbedarf besteht für welche Akteure? Welche Position nimmt die Lehre ein? Welche Rolle wird die Digitalisierung für die Baukultur haben? Und, wie kann die Politik den Rahmen gestalten?

Mittwoch, 13.1.2021, 13:30 bis 14:30 Uhr

Referenten:
Dr. Markus Richter, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat; Vorsitzender des IT-Planungsrates
Samy Kröger, Leiter Digitale Transformation, ZECH Building SE
Oliver Tessin, 3F - Innovative 3D-Printed Architecture
Jacqueline Peter, Institut für Digitalisierung im Bauwesen der Uni Duisburg/Essen
Dr.-Ing Martina Schneller, Kompetenzzentrum Digitales Handwerk, Bildungszentren des Baugewerbes e. V.

Zukunftsblick und Pandemie

Was macht die Corona-Pandemie mit der Bauwirtschaft? – Auswirkungen auf Unternehmensentwicklung und Baukonjunktur

Die Corona-Pandemie stellt die deutsche Wirtschaft vor große Herausforderungen. Es hat sich gezeigt, dass der Baubereich ein vergleichsweise resilienter Wirtschaftszweig ist. Die Baustellen liefen meist weiter, Abstandsregeln und Hygieneanforderungen wurden in der Regel gut umgesetzt. Gestörte Lieferketten und Auftragsstornierungen hinterlassen aber auch hier ihre Spuren. Insbesondere für die mittel- und langfristige Entwicklung der Baukonjunktur sind Stagnation und Abwärtsbewegungen nicht ausgeschlossen. Die Bundesregierung hat mit einem umfassenden Maßnahmenpaket gegen die Folgen des Lockdowns unmittelbar gehandelt, jedoch ist momentan nicht absehbar, wie lange die ökonomischen Folgen der Pandemie andauern werden. Umso wichtiger ist es, die richtigen Weichen für die zukünftige Entwicklung der Bauwirtschaft zu stellen. Welche Auswirkungen hat das aktuelle Geschehen auf die Wertschöpfungskette Bau? Werden sich die Nachfrage nach Bauleistungen und damit der Markt zukünftig verändern? Welche Handlungsoptionen und Geschäftsmodelle ergeben sich daraus für die Bauwirtschaft?

Mittwoch, 13.1.2021, 15:00 bis 16:30 Uhr

Referenten:
Frank Roselieb, Geschäftsführender Direktor des Krisennavigator - Institut für Krisenforschung (ein „Spin-Off“ der Christian-Albrechts-Universität Kiel) und geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Krisenmanagement e.V.
Dr. Claus Michelsen, Abteilungsleiter Konjunkturpolitik DIW Berlin
Peter Hübner, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie
Reinhard Quast, Präsident Zentralverband des Deutschen Baugewerbes

Kollaboration neu denken

Kollaboration - integrative Projektabwicklung im Bauwesen

Integrales Planen und Bauen erfordert die systematische, ganzheitliche und multidisziplinäre Zusammenarbeit aller an Planung und Bau Beteiligter. Dies umfasst die Kooperation von Bauherr, Architekt und Fachplaner, den Bauausführenden sowie zusätzlichen Experten – auch Betreiber bzw. Nutzer können in unterschiedlicher Weise eingebunden werden. Mit Blick auf das internationale Umfeld werden auch in Deutschland neue Projektabwicklungsmodelle auf partnerschaftlicher Basis diskutiert. Ziel ist eine bessere Verzahnung der Projektbeteiligten, von der Planung bis zur Realisierung, bei der das Wissen der ausführenden Unternehmen – zugunsten der Einhaltung von Kosten, Terminen und Qualität – einbezogen wird. Um kooperatives Planen und Bauen zu realisieren, ist in besonderem Maße Kommunikation und Teambuilding gefragt. Wie kann auch der öffentliche Auftraggeber ein solches Projekt aufsetzen? Welche Risiken können versichert werden, um die Partner von ihrem Haftungskorsett zu befreien und Innovation und Kooperation zu erleichtern? Welche neuen Möglichkeiten gibt es für die Vertragsgestaltung und Projektabwicklung?

Mittwoch, 13.1.2021, 17:00 bis 18:00 Uhr

Referenten:
Stephan Hansmann, Oberfinanzdirektion Karlsruhe, Bundesbau Baden-Württemberg – Betriebsleitung
Frank Schmid, Abteilungsleiter Staatl. Hochbauamt Ulm
Michael Halstenberg, KOPP-ASSENMACHER & NUSSER Partnerschaft von Rechtsanwälten mbH
Dr.-Ing. Carina Schlabach, Schlabach Consulting

Von der Kreislaufwirtschaft zur Circular Economy

Ressourcenwende im Bauwesen: Kommt mit der Energiewende die Ressourcenwende?

Der European Green Deal soll eine ökologische Wende der Industrienationen bewirken. Ziel der Europäischen Union ist es, bis 2050 klimaneutral zu sein. Neben Emissionssenkungen sollen besonders grüne Technologien und nachhaltige Produktlösungen dazu beitragen. Eine große Verantwortung kommt dabei der Bauindustrie zu, da das Bauwesen ein extrem ressourcenintensiver Wirtschaftszweig ist. Mit etwa 90 % des Verbrauchs der mineralischen Rohstoffe und einem Anteil von etwa 52 % des deutschen Abfallaufkommens durch Bau- und Abbruchabfälle liegt im Bauwesen enormes Einsparpotenzial. Die Ressourcenthematik ist dabei unweigerlich mit den Aspekten der Material- und Energiewende verknüpft, die sich gegenseitig bedingen. So wird beispielsweise die geplante Schließung der Kohlekraftwerke zu einer Verknappung von REA-Gips führen, der dort derzeit als Abfallprodukt entsteht und etwa 50% des momentanen Bedarfs deckt. Vielversprechende und vielseitige Ansätze für geschlossene Wertstoffkreisläufe, Materialeinsparpotenziale sowie Wiederverwendung und -verwertung kommen u.a. aus der Gips, Beton und Aluminium verarbeitenden Industrie. Welches Potenzial für Deutschland liegt im Bauproduktesektor? Welche Rahmenbedingungen greifen bereits oder müssen noch geschaffen werden? Welche mittel- und langfristige Strategie sollte die deutsche Baubranche verfolgen, um einen sinnvollen Beitrag zur Energie- und Ressourcenwende zu leisten?

Donnerstag, 14.1.2021, 12:00 bis 13:00 Uhr

Referenten:
Manfred Fuchs, EU-Kommission
Holger Ortleb, Bundesverband Gipsindustrie
Dieter Heller, Bundesverband Leichtbetonindustrie
Walter Feeß, Geschäftsführer der Fa. Heinrich Feeß GmbH
Walter Lonsinger, AUF e.V.

Digitale Instrumente von heute für die Ressourcen im Bauwerk von morgen

Das Ressourcenmanagement von Stoffströmen ist ein wichtiger Bestandteil des ökologischen Bauens. Neben der Reduzierung des Materialeinsatzes durch beispielsweise parametrisch geplante, lastangepasste Strukturen können digitale Instrumente dazu dienen, Verschnitt und Prozessabfälle zu vermeiden. Ein wichtiger Schritt zum ressourcenoptimierten Gebäude ist die Kreislauffähigkeit von Baumaterialien. Grundvorrausetzung dazu ist, dass Bauprodukte eingesetzt werden, die recyclingfähig sind und dass Gebäude so konstruiert werden, dass eine sortenreine Gewinnung der Bauprodukte am Nutzungsende wirtschaftlich realisiert werden kann. Wichtige Weichen für das zirkuläre Bauen werden dabei bereits bei der Planung gestellt. Digitale Plattformen dienen als Tool, um Angebot und Nachfrage der Materialen abzustimmen und Material- und Stoffkreislauf auf lokaler Ebene zu organisieren. Neue digitale Instrumente versprechen weitere Unterstützung.

Donnerstag, 14.1.2021, 13:30 bis 14:30 Uhr

Referenten:
Mag. Hildegund Figl, IBO - Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie
Patricia Schneider-Marin, Technische Universität München
Prof. Dr.-Ing. Isabell Nemeth, Hochschule Ansbach
Barbara Buser, baubüro in situ
Prof. Thomas Stark, HTWG Konstanz, Hochschule für angewandte Wissenschaften, Fachgebiet Energieeffizientes Bauen
Luisa Ropelato, Architects for Future

Bauen für das Klima und den Klimawandel

10 Jahre Forschungsinitiative Effizienzhaus Plus

Mit dem 17. Netzwerktreffen „Effizienzhaus Plus macht Schule“ startet BMI auf der BAU ONLINE 2021 in das Jubiläumsjahr seiner Forschungsinitiative Effizienzhaus Plus. Wissenschaftlich validiert läutet dieser Gebäudestandard das Zeitalter der positiven Energiebilanz im Gebäudebereich ein. Seine bundesweiten Modellvorhaben werben schon heute für den zukunftsorientierten energetischen Gebäudestandard. Präsentiert und diskutiert werden retrospektiv und prospektiv aus verschiedenen Perspektiven baupolitische Tendenzen, Lessons learnt sowie Meilensteine auf dem Weg zum klimagerechten Bauen im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030.

Donnerstag, 14.1.2021, 10:00 bis 11:30 Uhr

Referenten:
Anne Katrin Bohle, Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
Petra Alten, Projektleiterin der Effizienzhaus Plus-Initiative, Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, Referat BW I 3
Prof. Dr. Werner Sobek, Werner Sobek AG, Stuttgart
Univ. Prof. Dr. Manfred Norbert Fisch, EGS-plan Ingenieurgesellschaft für Energie-, Gebäude- und Solartechnik mbH
Heike Erhorn-Kluttig, Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP
Dr. Jürgen Görres, Stadt Stuttgart

Das Klimaschutzprogramm 2030 und die Perspektiven für den Gebäudesektor

Klimaschutzpolitische Grundsätze, Maßnahmen und Ziele der Bundesregierung werden im Rahmen des Klimaschutzplans 2050 und des Klimaschutzprogramms 2030 definiert. Mit dem Klimaschutzprogramm 2030 verpflichtet sich Deutschland, bis ins Jahr 2030 über vielseitige Maßnahmen 55 Prozent weniger Treibhausgase als im Vergleichsjahr 1990 zu produzieren. Dies soll über die Bepreisung des klimaschädlichen CO2, über Fördermaßnahmen und gesetzliche Standards für mehr Innovationen und Investitionen erreicht werden. Das Bundesklimaschutzgesetz berücksichtigt vor dem Hintergrund des Quellprinzips ausschließlich die direkten Emissionen des Handlungsfelds Gebäude. Darüber hinaus tragen Gebäude aber in starkem Maße zu Emissionen im Handlungsfeld Energieerzeugung und Industrie bei. Wie können Innovationen im Bauwesen ressortübergreifend dazu beitragen, die Ziele des Klimaschutzgesetzes zu erreichen? Wie wird unser Gebäudebestand bis 2050 klimaneutral? Welche Möglichkeiten gibt es, durch die gebaute Umwelt klimagerechte, soziale und zukunftsfähige Lebensräume zu schaffen?

Donnerstag, 14.1.2021, 15:00 bis 16:30 Uhr

Referenten:
MinDirig Lothar Fehn Krestas, Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
Prof. Dr.-Ing. habil. Thomas Lützkendorf, KIT Karlsruhe
Stefan Oehler, Oehler Archkom
Heike Erhorn-Kluttig, Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP
Peter-M. Friemert, ZEBAU - Zentrum für Energie, Bauen, Architektur und Umwelt GmbH
André Hempel, Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Bauen für den Klimawandel - Experiment und Effizienz

Klimaschutz und Klimaanpassung sind zwei sich ergänzende Herangehensweisen der Klimastrategie. Bauliche Anlagen und gebaute Umwelt haben unterschiedlichen Einfluss und sind unterschiedlich betroffen, je nach Blickwinkel. Im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) werden im Teilbereich Bauwesen die aktuellen Klimafolgen wie Hitze, Starkregen, Hochwasser aber auch Sturm mit häufiger auftretenden Tornados mit deren Auswirkungen für das Bauwesen betrachtet. Viele Planungsfragen und -lösungen, die nun unter dem Begriff Klimaangepasstes Bauen zusammengefasst werden, wurden bislang einzeln und vor allem nicht unter dem Aspekt erhöhter Gefährdung betrachtet. Der Fokus Klimaschutz blickt darauf, wie der Gebäudesektor maßgeblich zum Klimaschutz in Deutschland beitragen kann, denn derzeit sind Gebäude noch für bis zu 30 % der nationalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Städte und Regionen werden sich wandeln, um einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050 zu erreichen. Nur so können die Folgen des Klimawandels reduziert und das Schwinden von Anpassungsmöglichkeiten vermieden werden.

Donnerstag, 14.1.2021, 17:00 bis 18:00 Uhr

Referenten:
Volkmar Vogel, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat
Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Joachim Schellnhuber, Potsdam Institute for Climate Impact Research (PIK) e. V.
Silke Jung, Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Prof. Dr. Heiko Sieker, Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker mbH / TU Berlin
Marco Schmidt, Fachplaner, BBSR, TU Berlin

Die neue Normalität – Wohnen, Bauen und Forschen nach der Pandemie

Bauliche Infektionsprävention im Gebäude

Die bauliche Infektionsprävention ist ein relevanter Bestandteil der Hygienekonzepte von Krankenhaus- und Gesundheitsbauten. Durch die derzeitige Pandemie hat das Thema noch einmal an Relevanz gewonnen, die Forschungen erstrecken sich nun auch auf systemrelevante Infrastrukturen wie Flughäfen etc. Dabei ist das Forschungsfeld jedoch nicht neu, denn auch bei vergangenen Pandemien kam es bis zur genauen Charakterisierung und Eindämmung der Viren immer wieder zu erheblichen Erkrankungszahlen, Todesfällen und ökonomischen Schäden. Wichtig für die Beherrschung eines neuen Infektionserregers ist, schnell, effektiv und zielgerichtet wissenschaftliche Erkenntnisse zu den möglichen Übertragungswegen zu gewinnen. Dazu gehören auch jene baulichen Maßnahmen, welche die Übertragungswege mit unterschiedlich hohem räumlichen und gebäudetechnischen Aufwand unterbrechen. Die Vorbereitung auf zukünftige Infektionsgeschehen mit unbekannten Erregerformen steht dabei im Fokus, um bauliche und prozessuale Empfehlungen für die Planung geben zu können.

Freitag, 15.1.2021, 12:00 bis 13:00 Uhr

Referenten:
Helga Kühnhenrich, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
Prof. Dr. med. Petra Gastmeier, Charité
Wolfgang Sunder, TU Braunschweig

Der öffentliche Raum in Zeiten des Infektionsschutzes

Städtebau, Stadtentwicklung und Wohnungspolitik stehen vor vielen Herausforderungen. Die Entwicklung von Wohnanlagen muss dabei durch die Gebäudetypologie, die Dichte, das Wohnungsgemenge, die Wohnungsgrundrisse und das Wohnumfeld Lösungen für eine heterogene Gesellschaft mit unterschiedlichsten Bedürfnissen geben. Hausordnungen und Nutzungsreglemente bestimmen zusammen mit der baulichen Gestaltung des Zwischenraums über Kontrollgewinn und Kontrollverlust der Bewohnenden und schaffen so Möglichkeiten, den reduzierten privaten Raum zu erweitern. Eine wichtige Rolle spielen dabei Kompensationsräume, die einen Mehrwert schaffen. Nicht nur in Zeiten des Infektionsschutzes spielen diese Nachbarschaften und Außenräume eine große Rolle bei der Aufrechterhaltung der Wohnzufriedenheit und der physischen und psychischen Gesundheit.

Freitag, 15.1.2021, 13:30 bis 14:30 Uhr

Referenten:
Hans Drexler, DGJ Architektur GmbH
Moritz Fedkenheuer, Survey Research & Evaluation
Simone Bosch-Lewandowski, Weeber+Partner

Wohngut - sozial-ökologischer Hausbau

Zukunftsorientierte Lösungen für einen nachhaltigen Wohnungsbau

Die Versorgung der Bevölkerung mit bezahlbarem Wohnraum in urbanen und suburbanen Räumen gehört gegenwärtig zu den politisch, gesellschaftlich und planerisch relevanten Herausforderungen. Bezahlbarer Wohnraum für alle ist auch einer der Hauptindikatoren der Sustainable Development Goals (SDG) 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden. Zukunftsorientierte Lösungen im Wohnungsbau konzentrieren sich verstärkt auf größere Strukturen, Netzwerke und Gemeinschaften sowie das Denken und Bauen in Serie. Die digitalen Werkzeuge ermöglichen im Sinne von ‚mass customization‘ die Individualisierung des Systembaukasten bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung und Kostenreduzierung sowie einer hohen gestalterischen Qualität. Auch urbane Themen wie die Quartiersentwicklung, Energie- und Mobilitätsinfrastrukturen müssen mitgedacht werden. Mangelnde Flächenressourcen erfordern angepasste Verdichtungsstrategien. Dabei darf Dichte nicht nur räumlich, sondern sozial gedacht und gelöst werden. Bei der Wahl der Baustoffe und Materialien müssen neben der Langlebigkeit sowie einem geringen Instandhaltungs- und Pflegeaufwand insbesondere auch die Schadstoffminimierung sowie ökobilanzielle Betrachtungen im Vordergrund stehen. So erfährt das Bauen mit Holz beispielsweise auch im mehrgeschossigen Wohnungsbau eine immer stärkere Verbreitung.

Freitag, 15.1.2021, 15:00 bis 16:30 Uhr

Referenten:
Christine Neuhoff, Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
Prof. Dr.-Ing. Jutta Albus, Technische Universität Dortmund, Institut für Ressourceneffizientes Bauen
Christian Leitner, Lukas Lang Building Technologies
Markus Lechner, Technische Universität München
Nicolas Novotny, Tegel Projekt GmbH

Simplexität - resilientes Bauen

Zurück in die Zukunft? Lowtech-Strategien für das Bauen im 21. Jahrhundert

„Lowtech“ und „Hightech“ standen lange für eine gegensätzliche Haltung, ebenso wie „Einfachheit“ und „Komplexität“. Das digitale Bauen hat es geschafft, beide Pole miteinander zu verbinden. „Simplexity“ steht somit für den Einsatz von „Hightech“-Baumaterialien als Voraussetzung für den „Lowtech“-Einsatz derselben. Auch die Komplexität des Bauens lässt sich darunter subsumieren. Wie lassen sich beispielsweise die komplexen Schnittstellen in Planung und Bau mittels digitaler Tools reduzieren und die Planung und Realisierung letztendlich vereinfachen? Der Grat zwischen Technisierung und Simplifizierung ist schmal, doch ermöglicht die Digitalisierung eine vorausblickende Planung, bei der das Für und Wider beider Seiten bereits in der Planung abgewogen werden kann.

Freitag, 15.1.2021, 17:00 bis 18:00 Uhr

Referenten:
Andrea Vetter, Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V.
Prof. Eike Roswag, TU Berlin, Natural Building Lab / ZRS Architekten
Constantin Mercier, Julian Weyer, CF Møller Architekten

Referenteninformationen - Auszug


DIGITAL PLANEN, BAUEN UND BETREIBEN ZWISCHEN INNOVATION UND PRAXIS / Innovationspotenziale im Bausektor durch Sensorik, Robotik und KI

Mittwoch, 13.01.2021 12:00 – 13:00 Uhr

Prof. Dr.-Ing. Sigrid Brell-Cokcan, RWTH Aachen, Individualized Building Production

„Wir brauchen eine neue Arbeitskultur entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Bauwesens, die die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine fördert.“

Sigrid Brell-Cokcan ist Gründerin und Leiterin des Lehrstuhls für individualisierte Bauproduktion an der RWTH Aachen und Präsidentin des Vereins Robots in Architecture, der sich der Erforschung von Industrierobotern für Anwendungen in Architektur, Design und Kunst widmet. Ihre Professur fokussiert auf den Einsatz innovativer Maschinen in der Material- und Gebäudeproduktion sowie auf die Entwicklung neuer, benutzerfreundlicher Methoden der Mensch-Maschine-Interaktion für die Baustelle der Zukunft.


BAUEN FÜR DAS KLIMA UND DEN KLIMAWANDEL / 10 Jahre Forschungsinitiative Effizienzhaus Plus

Donnerstag, 14.01.2021 10.00 – 11.30 Uhr

Prof. Dr. Dr. E.h. Dr. h.c. Werner Sobek, Universität Stuttgart, Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) / Werner Sobek AG, Stuttgart

„Für mehr Menschen mit weniger Material emissionsfrei bauen“

Werner Sobek ist Architekt und beratender Ingenieur. Er ist Professor am Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stuttgart und Initiator des Sonderforschungsbereichs SFB 1244 über „Adaptive Hüllen und Strukturen für die gebaute Umwelt von morgen“. Werner Sobek ist darüber hinaus Gründer und Ehrenpräsident mehrerer gemeinnütziger Initiativen wie z.B. dem aed e.V.

Werner Sobek ist Gründer eines weltweit tätigen Planungsbüros mit mehr als 350 Mitarbeitern. Das Unternehmen bearbeitet alle Typen von Bauwerken und Materialien. Besondere Schwerpunkte liegen auf dem Entwurf und der Planung von Tragwerk, Fassade und Technischer Gebäudeausrüstung sowie auf der bauphysikalischen Beratung. Ziel ist hierbei eine gebaute Umwelt, die atemberaubend schön ist und die gleichzeitig den Interessen kommender Generationen gerecht wird – Werner Sobek will für mehr Menschen emissionsfrei und mit weniger Material bauen.


BAUEN FÜR DAS KLIMA UND DEN KLIMAWANDEL / Das Klimaschutzprogramm 2030 und die Perspektiven für den Gebäudesektor

Donnerstag, 14.01.2021 15.00 – 16.30 Uhr

Prof. Dr.-Ing. habil. Thomas Lützkendorf, KIT Karlsruhe

„Das Handlungsfeld der Errichtung und Nutzung von Hochbauten verursacht in Deutschland 40% aller Treibhausgasemissionen und bietet gleichzeitig erhebliche Minderungspotenziale für einen Beitrag zum Klimaschutz. Doch wie lassen sich abstrakte Minderungsziele in praxistaugliche Planungs- und Nachweisgrößen überführen?“

Thomas Lützkendorf (Prof. Dr.-Ing. habil.) studiert an der Bauhaus-Universität in Weimar an der Fakultät Bauingenieurwesen und schloss sein Studium 1981 als Diplom-Bauingenieur (Hochbau) ab, 1985 folgte die Promotion. Er baute das bauökologische Profil in Lehre und Forschung an der Bauhaus-Universität Weimar auf und wurde im Jahr 2000 habilitiert. Im Jahr 2000 erhielt er den Ruf an die Universität Karlsruhe (TH) – das heutige Karlsruher Institut für Technologie - und ist seither Leiter des Lehrstuhls für Ökonomie und Ökologie des Wohnungsbaus an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät bei einer gleichzeitigen Doppelmitgliedschaft an der Fakultät Architektur.

Thomas Lützkendorf ist sowohl in Lehre und Forschung als auch in seinen Funktionen als Obmann beim DIN mit Fragen der Umsetzung von Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung in der Bau-, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft befasst. Thomas Lützkendorf ist Gründungsmitglied der Internationalen Initiative für eine nachhaltig gebaute Umwelt (iiSBE).


BAUEN FÜR DAS KLIMA UND DEN KLIMAWANDEL / Bauen zu Zeiten des Klimawandels – Experiment und Effizienz

Donnerstag, 14.01.2021 17.00 – 18.00 Uhr

Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joachim Schellnhuber, Potsdam Institute for Climate Impact Research (PIK)

„Die gebaute Umwelt ist der wichtigste, aber bisher nicht angemessen berücksichtigte Faktor in der Klimaschutzgleichung. Gebäude und Siedlungen müssen zum einen die Anpassung an die wohl nicht mehr zu vermeidende Erderwärmung (1.5-2°C) ermöglichen. Das bedeutet insbesondere, dass die Planung intensivere Extremwetterlagen in Mitteleuropa antizipieren muss, welche mit strukturellen Veränderungen des sog. Jetstream zusammenhängen. Zum anderen sind Bauen & Betrieb mit herkömmlichen Materialien & Techniken zusammengerechnet globale Treibhausgasquelle Nr.1. Hier bietet sich jedoch eine einzigartige Chance der Vermeidung, ja sogar der Kompensation: Durch den massiven Einsatz von Holz und anderen organischen Baustoffen kann die gebaute Umwelt zur CO2-Senke werden! Idealerweise werden Anpassung und Vermeidung bei Bestand und Neubau zusammengedacht.“

Hans Joachim Schellnhuber ist Direktor Emeritus des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), das er selbst im Jahr 1992 gründete. Er ist Gastprofessor an der Tsinghua-Universität (China) und gewähltes Mitglied zahlreicher Gelehrtenvereinigungen wie der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, der deutschen Nationalakademie Leopoldina und der US National Academy of Sciences.


DIE NEUE NORMALITÄT – WOHNEN, BAUEN UND FORSCHEN NACH DER PANDEMIE / Bauliche Infektionsprävention im Gebäude

Freitag, 15.01.2021 12.00 – 13.00 Uhr

Prof. Dr. med. Petra Gastmeier, Charité

„COVID-19 ist nicht die erste und wahrscheinlich auch nicht die letzte Pandemie. Bisher haben beim Bauen neben der Wirtschaftlichkeit vor allem andere Faktoren im Vordergrund gestanden wie Optik, Akustik, Behaglichkeit. Selbstverständlich kam man allein durch die Architektur und Belüftung der Gebäude Infektionsübertragungen nicht verhindern, aber zusammen mit persönlicher Schutzausrüstung und geeigneten Einweisungen der Mitarbeiter sind sie ein wichtiger Baustein der Infektionsvermeidung.“

Petra Gastmeier hat nach Medizinstudium und Weiterbildung zur Fachärztin für Hygiene und Umweltmedizin seit 1993 als Oberärztin im Institut für Hygiene der FU Berlin gearbeitet. Die Promotion erfolgte 1985 an der Humboldt-Universität Berlin und die Habilitation an der FU Berlin 1999. Im Jahr 2000 erhielt Sie einen Ruf auf eine C3-Professur an der Medizinischen Hochschule Hannover, wo sie bis 2007 für die Krankenhaushygiene zuständig war. Seit 2008 leitet sie das Institut für Hygiene und Umweltmedizin an der Charité - Universitätsmedizin Berlin sowie das Nationale Referenzzentrum für die Surveillance von nosokomialen Infektionen. Außerdem koordiniert sie die nationale Kampagne Aktion saubere Hände.


WOHNGUT - SOZIAL-ÖKOLOGISCHER HAUSBAU / Zukunftsorientierte Lösungen für einen nachhaltigen Wohnungsbau

Freitag, 15.01.2021 15.00 – 16.30 Uhr

Nicolas Novotny, Tegel Projekt GmbH

„Wenn wir die Zukunft lebenswert gestalten wollen, müssen wir damit in den Städten beginnen. Und wenn wir Neues bauen, dann nicht gegen, sondern mit der Natur. Mit dem Schumacher Quartier auf dem ehemaligen Flughafen Berlin-Tegel entwickeln wir ab 2021 einen Prototypen für die mensch- und naturbejahende Stadt von morgen: gebaut aus nachwachsenden Rohstoffen, wassersensibel, autofrei und energieeffizient, mit grünen Dächern und Fassaden. Ein Quartier der kurzen Wege, mit Angeboten für Alle, digital vernetzt und bezahlbar. Wir möchten hier aufzeigen, was möglich ist – und Nachahmenswertes schaffen.“

Nicolas Novotny verantwortet seit 2012 als Leiter des Bereichs „Planung und Entwicklung“ der Tegel Projekt GmbH die Planungen für „Berlin TXL, Nachnutzung des Flughafens Tegel“, das europaweit größte Entwicklungsprojekt für urbane Technologien und Smart Cities. Nicolas Novotny ist Diplom Ingenieur und hat an der Technischen Universität Berlin „Stadt- und Regionalplanung“ studiert. Er arbeitete bei großen Projektentwicklungsgesellschaften und realisierte Projekte in den Sektoren Wohnen, Büro und Gewerbe; in Berlin u.a. am Potsdamer Platz, Leipziger Platz und Hackeschen Markt. Nicolas Novotny lebt in Berlin.


SIMPLEXITÄT – RESILIENTES BAUEN / Zurück in die Zukunft? Lowtech-Strategien für das Bauen im 21. Jahrhundert

Freitag, 15.01.2021 17.00 – 18.00 Uhr

Constantin Mercier, Julian Weyer, CF Møller Architekten

Constantin Mercier

Constantin Mercier hat neben seinem Abschluss in Architektur an der BTU Cottbus auch Bauingenieurwesen (TU Hamburg) und Design (Politecnico di Milano) studiert. Nach mehrjähriger freiberuflicher Tätigkeit für verschiedene renommierte Büros in den Bereichen Wettbewerb, Objektplanung, Ausstellungsplanung, Projektleitung, Projektentwicklung, Projektsteuerung und Kostenplanung in den Bereichen Öffentliche Bauten, Kulturbauten und Verwaltungsgebäude ist er seit 2020 als leitender Mitarbeiter bei C.F. Møller Architects, und betreut das Erweiterungsprojekt des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Julian Weyer

Partner und Architekt Julian Weyer ist seit 1995 bei C.F. Møller Architects und hat im Laufe der Jahre mit einer Vielzahl von komplexen Aufgaben gearbeitet, darunter große Masterpläne, Infrastruktur und Stadträume sowie alle Arten von Bauprojekten, vor allem in den Nordischen Ländern, Deutschland und Großbritannien/Irland. Neben umfangreichen Erfahrungen in den Bereichen Architektur, Landschaftsarchitektur und Städteplanung, kann Julian Weyer zahlreiche Wettbewerbspreise und preisgekrönte Entwürfe vorweisen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Schaffung integrierter und innovativer Lösungen, bei denen städtische Räume, Landschaften und Gebäude mit sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit einhergehen.

„Simplexity, oder die Verbindung von „Lowtech“ und „Hightech“, bedeutet für uns das Lebendigmachen und Zusammenbringen unser fast 100-Jährigen Büro- und Baugeschichte mit den Herausforderungen und Chancen von Heute: Unsere Historie nutzen um zu verstehen, wie welche Qualitäten in Städten und Gebäuden langfristig funktionieren, was bleibt und was sich verändert; und gleichzeitig mit den allerneuesten Werkzeugen die heutigen Themen bearbeiten und vorantreiben um die richtigen Fragen zu stellen die zu neuen nachhaltigen Lösungen führen.“

Weitere Informationen zu dem kompletten Programm finden Sie hier
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